Forschungsprojekt zur Rosskastanienminiermotte (KMM) und Meisen

Beschreibung: 

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist als in städtische Grünräumen ein bedeutender Klimabaum. Er hilft Temperaturansteige in den Sommermonaten abzumildern und generiert saubere Luft. Seit den 1990er Jahren wächst die Zahl durch die Kastanienminimiermotte (Cameraria ohridella) befallener Bäume jedoch nahezu unaufhaltsam an. Die in Mazedonien entdeckte Art findet in Deutschland kaum natürliche Gegenspieler. Die Folge des Larvenfraßes ist eine Verbräunung der Blätter, häufig einhergehend mit einem frühzeitigen Blattwurf.
Im Großraum Braunschweig wurde der Einfluss von Singvögeln (vorwiegend Paridae) auf Größe und Entwicklung von Populationen der Kastanienminiermotte (C. ohridella) untersucht. Hierzu wurden in unmittelbarer Nähe von Kastanien (A. hippocastanum) Nistkästen aufgehängt und der Befall durch C. ohridella an den Blättern festgestellt. Als Kontrolle dienten mit Netzen abgedeckte Bäume, in denen die Vögel nicht auf Futtersuche gehen konnten. Es zeigte sich, dass gegen Ende der Vegetationsperiode im September tendenziell weniger Schädlinge in Bäumen zu finden waren, zu denen Vögel Zugang hatten. Darüber hinaus war die Anzahl offener Minen in diesen Bäumen deutlich höher und die Anzahl an Puppen deutlich geringer als in den Kontroll-Bäumen. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Vögel durch ihre Fraßleistung einen wesentlichen Beitrag für die Bekämpfung der KMM liefern, indem sie die überwinternde Population dezimieren.

Handlungsfelder: 
Stadtnatur pflegen
Forschungsinstitut: 
JKI
Auftragnehmer: 
JKI
Laufzeit: 
Jan 2014 bis Dez 2015