Wege zu einer grünen Stadt – die Handlungsfelder

[Entwurf, Stand: 24.11.2016]

Urbanes Grün hat vielfältige Funktionen für Städte und Gemeinden: Frei- und Grünflächen sind Orte der Begegnung, des sozialen Zusammenhalts sowie der kulturellen und bauhistorischen Identität. Sie dienen der Erholung und Bewegung, sind Orte für Sport und Spiel, leisten einen positiven Beitrag für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Lebensqualität und Zufriedenheit der Bevölkerung steigen. Urbanes Grün verbessert das Wohnumfeld und wertet Quartiere auf. Urbanes Grün trägt zur qualitativen Gestaltung, Raumbildung und Aufwertung von Standorten bei. Intelligent und bedarfsorientiert angelegte Grünflächen sind als „weicher Faktor“ mitentscheidend für Boden- und Immobilienmarktwerte.
 
Grünflächen sind auch Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebiete, dämpfen Lärm, unterstützen die Luftreinhaltung und die Temperaturregulierung. Somit sind sie wichtig für Klimaschutz, Gesundheitsschutz und Regulierung des Wasserhaushalts. Als Lebensräume für Flora und Fauna unterstützen sie die biologische Vielfalt und sind Naturerfahrungsräume in der Stadt. Viele Städte sind Engstellen für die Lebensraumkorridore in Deutschland; urbanes Grün kann einen Beitrag zur Vernetzung der Biotope leisten. Grün- und Freiräume bilden eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige, lebenswerte, resiliente und zukunftsfähige Städte und Regionen.
 
Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, die ein Leitprinzip des Regierungshandelns ist, setzt sich der Bund im Rahmen seiner Zuständigkeiten dafür ein, Stadtgrün durch eine integrierte und nachhaltige Stadtentwicklung zu stärken. Hierzu wird der Bund – auch vor dem Hintergrund der Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und der bei der dritten UN-Weltkonferenz zu Wohnen und nachhaltiger Stadtentwicklung in Quito verabschiedeten „New Urban Agenda“ – im Rahmen der im Haushalt und Finanzplan zur Verfügung stehenden Mittel seine Aktivitäten fortsetzen und durch neue Maßnahmen ergänzen. Dies umfasst eine bessere rechtliche Verankerung von Stadtgrün, gezieltere Fördermaßnahmen, die Unterstützung bei der Entwicklung von Richtwerten und Leitlinien oder auch eine Kommunikation über den Wert von Grün.
 
Das Weißbuch „Grün in der Stadt“ stellt diese Maßnahmen differenziert in neun Handlungsfeldern vor. Die Handlungsfelder wurden im Ergebnis des durch das Grünbuch in Gang gesetzten Dialogprozesses entwickelt. Sie umfassen Zielsetzungen, Gestaltungsmöglichkeiten sowie konkrete Maßnahmen des Bundes für mehr Stadtgrün.
 
Mit dem Weißbuch „Grün in der Stadt“ schafft der Bund ein Angebot, das die Kommunen und andere Akteure bei ihrer Arbeit unterstützen soll. Schaffung, Entwicklung und der Erhalt urbanen Grüns sollen zum selbstverständlichen Aspekt der integrierten Stadtentwicklung und Stadtplanung werden. Entsprechend ist mit der Auswahl der Maßnahmen das Anliegen verbunden, die im Wettbewerb zu anderen stadtentwicklungspolitischen Zielen und Bedürfnissen oft untergeordneten oder zurückgestellten Belange des urbanen Grüns in ihrer Bedeutung zu unterstützen und ihre Wertigkeit zu erhöhen. Ziel muss es ein, dass die Entwicklung, Ausgestaltung und Pflege einer urbanen Grünen Infrastruktur gleichwertig im Zusammenhang mit anderen Belangen gesehen und bedacht wird.